Steins;Gate The Movie I BD I Review

steinsgatemovie2


Vorab:

Nachdem im Jahr 2011 die TV Anime-Adaption zu Steins;Gate abgeschlossen wurde, wagte das Animationsstudio White Fox einige Jahre danach einen Animefilm namens ,,Steins;Gate: Fuka Ryōiki no Déjà vu” zu produzieren. Wie es auch mit der Serie zuvor der Fall war, lizenzierte der deutsche Publisher peppermint anime den Film und veröffentlichte diesen am 29. Juli.

Steins;Gate selbst basiert aus dem gleichnamigen Visual Novel, welches von den beiden japanischen Spieleentwickler 5pb. und Nitroplus produziert wurde, die schon zuvor zusammen an Chaos;Head gearbeitet haben. Mit Steins;Gate wollten die Spieleentwickler im Gegensatz zum Vorgänger eine Handlung entwickeln, die mehr mit der Realität verbunden ist, wodurch das Team eine Story kreiert haben, worin ,,99% wissenschaftliche Fakten und 1% Fantasie” verwendet wurden.

Nach vieler positiver Resonanz des Spieles und der ersten Anime-Adaption wurde am 20. April 2013 der Kinofilm Steins;Gate: Fuka Ryōiki no Déjà vu in die japanischen Kinos gebracht, die vom selben Produktionsstab produziert wurde.

Die Story:

Es ist nun ein Jahr vergangen nach dem der selbsternannte Crazy Mad Scientist Okabe Rintarou es geschafft hat in der Weltlinie Steins;Gate zu landen, wodurch keiner seiner Freunde mehr frühzeitig sterben müssen. Das aber durch die ständige Reisen in den mehreren Zeitlinien sichtbare Nebenwirkungen für Okabe auftauchen sollten, spürt er erst jetzt. Okabe wird immer noch von den Erinnerungen gejagt, die in der Alpha Weltlinie geschehen sind oder hätte geschehen sollen. Diese Belastung wird auf Dauer so Präsenz, dass seine Existenz aus dieser Weltlinie verschwindet und keiner scheint mehr über seine Existenz etwas zu wissen. Als Kurisu Makise aufgrund eines Déjà-vu Erlebnis wieder anfängt sich an Okabe zu erinnern, versucht sie nun eine Möglichkeit zu finden Rintarou wieder zurückzubekommen.

Meine Eindrücke:

Als ich mitbekommen habe, dass es zur Animeserie auch einen Film gibt, klingelten im Nu meine Alarmglocken. Eine solch komplexe und gut durchdachte Story, die eigentlich an sich alles erzählt hat, geht mit einem Film weiter? Das kann ja nur schief gehen… dachte ich mir vor dem Film und wie sagt es Mama doch nur zu schön: Denk nicht so viel. Keine Ahnung was in den Köpfen des Produktionsteams hinter den Steins;Gate Anime-Werken so alles passiert, aber eines ist gewiss, die wissen ganz genau, wie eine so verrückte, wissenschaftlich geprägte Geschichte erneut erzählt werden muss.

Dasselbe Konzept + vertauschte Rollen = Geniale Story. Grob gesagt, ist The Burden of Déjà Vu eine Spiegelung der Erzählung aus der Animeserie. Während Okabe der Held war und Kurisu eines der rettenden Charaktere, wird nun diese Position im Film vertauscht, weswegen nun Kurisu versucht Okabe zu retten und stellt so ein interessanten Gegenstück zur Serie dar.

Ein weiterer spannender Punkt ist, dass diesmal die Handlungen nicht direkt Okabe selbst beeinflussen, sondern die Menschen, die sein Geheimnis kennen, in diesem Falle Kurisu. Okabe reiste in der originalen Story ständig durch die Zeit, damit das Schreckliche nicht nochmal geschieht. Im Film jedoch sieht man diese Handlungsweise kaum bei Kurisu, die eher versucht mental mit dem Verlust zurecht zu kommen. Übrigens wird im Film besser dargestellt, wieso nur Okabe den Reading Steiner in der Serie hatte.

steinsgatemoviegifDaneben kocht der Film mit Emotionen. Der ganze Film besitzt einige emotionale Stellen, die mich sogar fast zum Weinen gebracht haben. Es war so traurig mit anzusehen, wie Kurisu es versucht Okabe zu retten, dieser jedoch letztendlich erneut verschwindet… man spürte förmlich ihre Trauer um diese aussichtslose Lage. Die japanische Synchronarbeit ist hier übrigens erstklassig, die die emotionalen Stellen um einiges verstärkt haben. Schaut euch den Film auch in der originalen Verfassung einmal an. Ich meine die Stimme zu Kurisu, gesprochen von Asami Imai, ist wirklich einzigartig und sehr, sehr gut umgesetzt worden. Niemand hätte wohl dies besser umsetzen können.

Etwas Schade war jedoch, dass Kurisu nie wirklich von selbst aus agiert hat, sondern erst dann reagiert, wenn irgendeine äußerer Effekt sie dazu beeinflusst hat. Aus diesem Grunde gibt es im Film keinen Höhepunkt, da sich das Prinzip ständig wiederholt. Auch werden die Nebencharaktere kaum im Film behandelt – hierbei kann ich nicht sagen, ob dies gut oder schlecht ist, da die Story in einer Filmlänge und nicht in einer 24-teiligen Animeserie wiedergegeben wird.

Bild und Ton:

Während der Ton erneut in beiden Vertonungen in 2.0 ist und keine Probleme aufweist, erlebte ich dieselben Probleme mit der Bildqualität, die ich auch in der Serie hatte – nur hat sich dies etwas verbessert. Die Schärfe ist nicht optimal und es gibt leider die bekannten Banding-Probleme. An sich passt die Farbqualität und die Basis stimmt, aber eine perfekte Bildqualität wird leider einem nicht gegeben.

Obwohl diese Probleme bei der Erstausstrahlung der Serie und des Filmes auch vorhanden waren, habe ich mitbekommen, dass die 10 bit BD Version aus Japan die Banding Probleme behoben hat. Es ist dementsprechend enttäuschend, dass man nicht dieselbe Qualität genießen kann.

[masterslider id=”17″]

Synchronisation:

Mit demselben deutschen Sprechercast wie aus der Animeserie wird dem Zuschauer erneut ein gutes Gesamtbild zur deutschen Synchronisation geliefert. Es wurde stark darauf geachtet, dass die emotionalen Momente wegen der deutschen Vertonung nicht untergehen, weswegen ich auch mit großer Freude den Film auf Deutsch gucken konnte. Aber wie ich es zuvor erwähnt habe, solltet ihr euch den Film einmal auf Japanisch und Deutsch anschauen. Nicht, dass die deutsche Synchro letztendlich nicht gut genug wäre, aber die originale Arbeit der japanischen Sprechern ist wirklich etwas Besonderes.

Verpackung und Extras:

Der Film befindet sich auf einer Disk, die sich wiederum in einem Digipack versteckt hält. Umrahmt wird das Ganze mit einem Pappschuber dessen Cover das Filmposter schmückt. Alles wurde mit Hochglanzpapier verarbeitet und lässt alles ein bisschen robuster wirken. Leider ist die Blu-ray Kennzeichnung auf dem Pappschuber und auf dem Digipack aufgedruckt worden. Die FSK-Kennzeichnung kann NUR auf dem Pappschuber entfernt werden, nicht auf dem Digipack, was mich schon ärgert.

Es sind keine Extras vorhanden, aber für den kleinen Preis finde ich dies völlig in Ordnung.

Fazit:

steinsgatemoviegif2Ankommen zum Fazit, brauche ich wohl nichts mehr darüber zu schreiben wie sehr ich diesen Film euch anrate. Selbstverständlich müsst ihr die Animeserie zuvor geguckt haben, damit ihr die Problematik im Film verstehen könnt. Ansonsten hat es White Fox geschafft einen erstklassigen Animefilm zu produzieren, welches sich vor seinem Vorgänger in keinster Weise verstecken muss. Mit vielen emotionalen Stellen der beiden Hauptcharakteren Kurisu und Okabe, sowie der interessanten Auseinandersetzung von physikalischen Einflüssen während einer Zeitreise beweisen, dass Steins;Gate eines der besten Geschichten ist, wenn es um die Erkundung von Zeitreisen geht – egal, ob Film oder Serie.

Übrigens wurde am 28.03.2015 eine Anime-Adaption zu Steins;Gate 0 verkündet, somit soll die Story noch nicht komplett abgeschlossen sein.

El Psy Congroo.

Neugierig geworden?

Vielen Dank an peppermint anime für die freundliche Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

©2016 peppermint anime gmbh.

© 2011 5pb./Nitroplus Steins;Gate Partners


Produktdetails:

  • Regisseur: Kazuhiro Ozawa
  • Sprache: Japanisch (PCM2 .0), Deutsch (PCM2 .0)
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: peppermint anime
  • Erscheinungstermin: 29. Juli 2016
  • Produktionsjahr: 2013
  • Spieldauer: 90 Minuten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

wp-puzzle.com logo