Der Dezember in Japan – Teil 3: Das Neujahrsfest

Das Neujahr ist eines der wichtigsten Ereignisse in Japan. Da es aus vielen kleinen Bräuchen besteht, ist die Feier mit tagelangen Vorbereitungen verbunden und trotzdem verliert Tradition und Religion seine Bedeutung an diesen Tagen nicht.

Hiermit widmen wir uns dem „shōgatsu“ (Neujahr) an, das am liebsten, bevor man am späten Abend einen Schrein besuchen geht, mit ein paar Portionen Soba-Nudeln gestartet wird, die aus Buchweizen gewonnen werden und eine längliche dünne Form besitzen, dadurch wünscht man sich ein „langes“ Leben. Wer an Silvester keine Soba-Nudeln gegessen hat, darf sich nicht beklagen, wenn er Pech im nächsten Jahr hat.

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Als nächstes besucht man gerne einen Schrein. Besonders macht man sich für diesen Anlass hübsch, wo gerne Frauen und auch die Männer einen Kimono anziehen. Japaner mögen es in den drei Feiertagen drei verschiedene Schreine aufzusuchen, was schon zur Jahreswende beginnt. Habt ihr auch mitbekommen, dass es eine bestimme Glockenanzahl existiert? Genau 108x wird bis Mitternacht geschlagen, damit danach die Menschenmasse das Schreingelände betreten können. Mit diesen 108 Schlägen möchte die Japaner ebenfalls die Lasten des letzten Jahres von sich abwenden lassen.

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Durch die große Menge an Mitmenschen, sollte man viel Zeit und Geduld mitbringen, denn es kann eine kleine Ewigkeit dauern bis man seinen Neujahswunsch an einem Schrein äußern kann.
Um sich die Wartezeit zu verkürzen wird gerne Amazake (süßer Reiswein) getrunken oder ein Glücksorakel gezogen, der einem sein Glücksmaß für das neue Jahr mitteilen soll. Der erste Schreinbesuch wird übrigens als „Hatsumode“ bezeichnet.

Das Neujahr und auch die darauf folgenden Tagen sind in Japan offizielle Feiertage, wo es dann Zeit wird die Familie wiederzusehen, umso zahlreiche Köstlichkeiten gemeinsam zu verspeisen, die schon vor Tagen zubereitet wurden, deswegen sind es meistens kalte Gerichte. Die anderen Familienmitglieder oder auch Freunden, die man während dieser Zeit nicht besuchen kann, schickt man einfach eine Neujahrsgrußkarte („Nengajo“).

Eine weitere schöne Geste ist das „Otoshidama“. Die Kinder bekommen am Neujahrstag meistens Geld von ihrer Familie geschenkt, das in einem dekorierten Briefumschlag verpackt worden ist. Früher spielten die Kinder auch viele traditionelle Neujahrspiele, wie zum Beispiel das Drachensteigen oder das Kreiselballspiel. Die Kreiselballspiele wurden meistens von den Jungs gespielt, dafür vergnügten sich die Mädchen mit Federball. Auch waren Kartenspiele beliebt, besonders das „uta karuta“. Hier müssen die Kinder schaffen mehr als hundert Gedichte auswendig zu lernen um am Ende diese erraten zu können. Heutzutage vergnügen sich die Kinder am liebsten mit einer Wii.

by midorisyu

Eine wichtige Süßigkeit während dieser Feiertage sind die Mochis (Reiskuchen). Die Bedeutung der Mochis liegen so einige Jahre zurück. Früher schenkten reichen Leuten armen Menschen Mochis, die in kleinen Beuteln mit einer Mandarine verpackt waren, damit auch jedem für das neue Jahr Glück zugesprochen wurde.
Und wenn es gerade keine normale Mochis sein sollten, wie wäre es mit den Kagami-Mochi? Dieser besteht aus einem großen und kleinen Mochi, wo der kleinere auf dem größere Stück drauf liegt. Die Daidai ( jap. Orange) sitzt ganz oben auf der kleinen. Die zwei Mochis symbolisieren das Kommen und Gehen der Jahre und die Daidai steht für das Generationswechsel, das nie aufhören soll.

Vielleicht haben es noch die einen oder anderen mitbekommen, aber Japan feierte früher sein Silvester erst in Februar, wie es China heutzutage immer noch tut. Das liegt daran, dass Japan erst dem lunisolaren Kalender gerichtet war und sich erst ab 1873 dem Greogarischen Kalender zuordnete. Ein Lunisorkalender richtet sich auch nach dem Lauf des Mondes und der Sonne und hatte so dreizehn Monate.

Angekommen am Ende des Beitrages, wünsche wir euch allen erneut ,, Akemashite, omedetô gozaimasu “ oder wie man es hier in Deutschland sagen würde: Alles Gute zum Neuen Jahr.

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