Black Cat I Collector´s Edition I Review

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Vorab:

Erneut schnappte sich der deutsche Publisher Nipponart einen weiteren Animetitel und startete einen Re-Release in Deutschland. Neben Abenobashi: Magical Shopping Arcade, Black Blood Brothers und bald mit Basilisk gehört auch der Anime Klassiker ,,Black Cat” unter dem Re-Release-Programm von Nipponart und kam am 2. September 2016 auf dem deutschen Markt raus. Da gerade für die jüngere Generation Black Cat ein unbekannter Anime sein kann, werde ich mit freundlicher Unterstützung von Nipponart euch die Collector´s Edition zu BLACK CAT vorstellen.

Die Animeserie basiert aus der Mangareihe von Kentarō Yabuki, welcher zwischen den Jahren 2000 und 2004 in der Zeitschrift Weekly Shounen Jump publiziert wurde und mit dem 20. Band abgeschlossen ist. Einen Jahr danach produzierte das Animationsstudio Studio Gonzo eine 24-teilige TV Anime-Adaption. Hierbei führte Shin Itagaki erstmals Regie, der ebenfalls das Storyboard schrieb. Die Serie wurde vom 6. Oktober 2005 bis zum 30. März 2006 in Japan ausgestrahlt. In Deutschland kam der Anime erstmalig im Jahr 2007 auf acht DVDs raus, die alle von OVA Films veröffentlicht wurden. Vielleicht hat ja jetzt einer von euch bemerkt, dass Black Cat nicht der einzige Titel von OVA Films ist, die von Nipponart erneut veröffentlicht wird. Seit OVA Films im Jahr 2009 Insolvenz verkündet hatte, werden nun viele ehemalige Serien und Filme durch Nipponart vertrieben.

Die Story:

,,Chronos” – so nennt sich die weltweite Mafiaorganisation, die durch ihre Macht einen großen Einfluss in der Weltpolitik und -wirtschaft haben. Um diese Position aufrechtzuerhalten wurde die Profikiller-Einheit namens ,,Chronos Numbers” in die Welt gerufen. Diese Einheit besteht aus 13 Assasinen, die direkt dem Ältestenrat von Chronos unterstellt sind und dementsprechend all ihre Aufgaben erfüllen.

Unter diesen 13 Assasinen hat besonders die Nummer 13, auch bekannt unter dem Codenamen ,,Black Cat” sich einen gefürchteten Namen gemacht. Die Nummer 13 heißt in Wirklichkeit Train Heartnet und besitzt all die Eigenschaften, die sich Chronos Numbers von seinen Assasinen wünscht: Gefühlslos und untertänig. Aber Train lernt eines Tages die Sweeperin Saya Minatsuki kennen, die genau das Gegenteil von Train zu sein scheint. Ihr ist es egal, was die anderen von ihr denken und handelt so wie es ihr gerade gefällt. So ist das Töten für sie keine Pflicht, sondern nur ein Muss, wenn es gerade von Nöten ist. Train fängt an seine Prinzipien, die von den Chronos Numbers eingepflanzt wurden, zu hinterfragen. Diesen Sinneswandel bemerkt nicht nur Saya, sondern auch der Ältestenrat und besonders Creed Diskens, ein ehemaliger Mitglied von Chronos, dessen Fähigkeiten nicht für einen ,,Numbers” gut genug waren.

Creed Diskens möchte seine eigene Welt mit Hilfe des „Apostel des Planeten“ erschaffen und braucht dafür Trains Hilfe. Da aber Train durch Sayas Verhalten sich immer mehr verändert, sieht Creed nur noch die Möglichkeit sie zu töten. Während des Kampfes mit Creed wird Train von Sven, ein Kopfgeldjäger und Eve, ein Mädchen, die als Biochemiewaffe diente, gerettet. Train beschließt sein Leben selbst zu bestimmen um frei wie eine Wildkatze zu leben. Zusammen mit Sven und Eve fängt er ein neues Leben an, worin Sven bald sein Partner werden sollte.

  

Meine Eindrücke:

Wie wir es gerade feststellen konnten, ist Black Cat ein Anime aus den früheren Zeiten. Dies merkt man selbstverständlich an der Zeichnung und an den Kampfszenen, sowie auch am Humor. Dies wollte ich einfach direkt am Anfang bemerkt haben, nicht, weil ich es schlecht finde, sondern, dass man diesen Punkt berücksichtigen muss. Gerade der Humor aus diesem Anime ist typisch für diese Zeit gewesen, was auch gut so ist. Es gibt viele Menge lustige Momente und so einige Running Gags, die sich um die Hauptcharaktere beschäftigen. So ist es interessant zu sehen, dass Black Cat im Kern sich um einen ernsten Thema beschäftigt, aber diese Ernsthaftigkeit versucht mit vielen lustigen Dialogen oder auch Monologen lockerer zu machen. Und genau das ist eines der zwei Gründe wieso die Anime-Adaption zu Black Cat, nach meiner Meinung nach, gescheitert ist. Ich verstehe jetzt nicht wirklich in welche Richtung dieser Anime gehen will. Möchte er einen einsamen Killer zeigen, der in einer düsteren Welt aufgewachsen ist, aber durch eine Begegnung anfängt selbständiger zu handeln und so sein altes Leben verlässt oder geht es hier um einen Killer, der zu einem Sweeper wird und ein kunterbuntes Abenteuerleben mit seinen neuen Freunden führt? Die Grenze zwischen der düsteren Story und den lustigen Begebenheiten ist einfach so durcheinander gebracht worden, weswegen ich einfach nicht verstehen kann was dieser Anime mir erzählen will. Ein weiterer Grund ist, dass der Anime einfach zu viel Stoff in kurzer Zeit bearbeiten möchte. Es passiert einfach SO viel, dass ich auch hier nur noch verwirrt bin. Aus Feinde werden Freunde und aus kleinen Nebencharakteren werden aus nichts zu wichtigen Charaktere im späteren Geschehen. Immer wieder tauchen neue Bösewichte auf, die irgendwie auf dasselbe zielen, aber dieses Gefühl von ,,Oh,oh…jetzt wird es brenzlig” erhalte ich nie. Es fehlt einfach die Tiefe in dieser Story. Ein Anime kann schnell schlecht erzählt sein, wenn es sich nicht auf wesentliche Punkte konzentriert. Wie heißt es so schön weniger ist bekanntlich mehr. Besonders die letzten vier bis fünf Folgen sind für mich total unnötig und haben die Story noch mal komplett in eine andere Richtung gezogen. Auf einmal wird es zu einem freundschaftlichen Abenteuer gegen den einen Bösen, damit Eve und die Welt gerettet wird. Auch, dass viele Charaktere sich verändern wird nicht genau im Anime erwähnt. Sie sind einfach von der einen Folge zu anderem so und der Zuschauer muss sich damit zurechtfinden. Die Geschichte um Black Cat aka Train Heartnet wird zum Beispiel im Anime anders wiedergeben als es in der originalen Mangavorgabe so war. Direkt in den ersten Folgen wird erzählt wie das Leben von Train bei Chronos war und wieso er sich für ein neues Leben entschieden hat. Im Manga wird seine alte Zeit durch Rückblenden wiedergegeben, was wohl auch die richtige Entscheidung gewesen ist. Es ist schade, dass Black Cat seinen roten Faden verloren hat. Der Anime hat eigentlich so viel Potential, eine gute Idee und Train ist vom Charakter her wirklich cool. Wenigstens ist der Humorfaktor in diesem Anime so gut, dass ich einen leichten Ausgleich bekam.

Bild & Ton:

Ich weiß, dass ich meinen letzten Reviews, worin es um die Produkte von Nipponart geht, immer sehr kritisch auf die Bildqualität reagiert habe, da ich auch weiß, dass der Anime mit einem besseren Bild ausgestattet ist. Hier in Black Cat ist es jedoch etwas anders. Soweit ich es richtig mitbekommen habe, gibt es selbst in Japan keine Neuauflage des Animes, wodurch die Bildqualität aus dem Jahr 2005 nicht geupdatet wurde. Dies merkt man selbstverständlich auch hier. Da der Anime auf DVD veröffentlicht wurde, fehlt die gewünschte Schärfe, die man sonst in den neuesten Animes sehen kann. Aber eigentlich wäre auch dies der einzige negative Punkt. Ich bin sogar leicht überrascht. Die Nahaufnahmen sind ganz nett und die Farben werden optimal wiedergegeben. Das Kontrastverhältnis könnte selbstverständlich besser sein, aber insgesamt bin ich mit der Bildqualität zufrieden.

Was mich jedoch am meisten überrascht hat, ist, dass der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 wiedergegeben ist. So brachte gerade das Zuhören mit diesem tollen Raumklang sehr viel Spaß. Die japanische Vertonung ist jedoch in 2.0.

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Synchronisation:

Die Aufgabe für die Synchronisation übernahm die Synchronfirma G&G Studios aus Kaarst. Hierbei war Fritz Rott für das Dialogbuch zuständig, während die Dialogregie Richard Westerhaus übernahm.
Ich persönlich möchte jetzt nicht viel zur Synchronisation sagen. Es ist nicht gerade 100 Prozent überzeugend, aber auch nicht schlecht. Einige weibliche Charaktere hören sich in der deutschen Vertonung etwas zu hoch und schrill an, was mich am meisten beim Hören gestört hat. Ebenfalls klingt alles so schlaff und daher gesagt. Letztendlich habe ich mir Black Cat trotzdem komplett auf Deutsch angeguckt, da ich schon schlimmere deutsche Synchronisationen aus anderen Animes gehört habe. Wer aber darauf verzichten möchte, kann sich ja die originale japanische Vertonung anhören.

Hier sind übrigens einige deutsche Sprecher aus dem Anime aufgelistet:

  • Sarah Brückner als Rinslet Walker
  • René Dawn-Claude als River Zastory
  • Stephan Schleberger als Sven Volfied
  • Simon Roden als Train Heartnet
  • Heiko Obermöller als Blum Pullman
  • Fritz Rott als Creed Diskens
  • Andreas Meese als Frit Morris

Verpackung & Extras: 

Wie es mit seinen Vorgängern auch der Fall war, erschien die Collector´s Edition zu Black Cat in einem Sammelschuber, worin eine Digipack zu finden ist, die Platz für fünf CDs anbietet. Während der Sammelschuber noch einen dezenten Cover besitzt, ist die Digipack mit vielen Visuals abgebildet, worauf die Charaktere zu sehen sind. Alles in allem ist die Qualität nicht erstklassig, da die Seiten schnell abblättern, jedoch besitzt es einen robusten Grundhalt. Als Extras wurde ein Poster, ein Booklet und Interviews aufgelistet.

Update: Irgendwann musste ich leider feststellen, dass ich den linken Flügel nicht mehr zusammenklappen kann, da die eine Plastikhälfte aus keinen Ahnung welchen Gründen verschoben ist. Auf dem letzten Bild sieht man wie weit ich es leider zusammenklappen kann. (。•́︿•̀。)

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Fazit:

Ach ja, Black Cat. Ein Anime, das eigentlich so gut sein könnte. Es fängt etwas fade am Anfang an und wird mittendrin spannender, wodurch ich mir erhofft hatte, dass es nur seine Zeit brauchte bis es sein wahres Potential zeigt, aber leider zeigen die letzteren Folgen das genaue Gegenteil. Ich kann mir gut vorstellen, dass für einige Black Cat ein Muss ist und sie diesen Anime sehr schätzen. Genau für euch ist diese Collector´s Edition sehr ratsam. Mit kleinen Extras und einem netten Gesamteindruck des Digipacks plus Schubers, kann der Sammlerherz alle 24 Folgen auf fünf CDs wiederfinden. Die Tonqualität ist hervorragend und die Bildqualität passt auch. Jedoch sollten alle andere, die die Story nicht kennen, sich vorab informieren und erst dann entscheiden, ob sie diesen Anime kaufen wollen oder nicht. Ich meine, Black Cat kann eigentlich so gut sein. Viele verschiedene Charaktere, die gut mit einander agieren, jede Menge witzige Stelle und teilweise sentimentale Stellen. Aber letztendlich wollte Black Cat zu viel und scheiterte in gewissen Punkten. Vielleicht solltet ihr euch selbst ein Bild darüber machen. Teilt mir auf jeden Fall mit wie ihr diesen Anime findet.


© 2005 Kentaro Yabuki / SHUEISHA, BLACK CAT Project
Vielen Dank an Nipponart für die freundliche Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

nipponartWillst auch du sehen wie Black Cat von einem einsamen Kämpfer zu freudenbeschützenden Sweeper wurde? Dann schnapp dir doch die Collector´s Edition. Schau einfach auf dem Onlineshop von Nipponart vorbei.


blackcatnipponartProduktdetails:

  • Regisseur: Shin Itagaki
  • Format: Dolby, PAL
  • Untertitel: Deutsch
  • Bildseitenformat: 16:9 – 1.78:1
  • Anzahl Disks: 5
  • FSK: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Studio: Nipponart
  • Erscheinungstermin: 2. September 2016
  • Produktionsjahr: 2005
  • Spieldauer: 720 Minuten

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