Assassination Classroom Realverfilmung – Teil 1 I Review

Vorab:

Zum ersten Mal werde ich für Atarashii eine Review zu einer Live-Action Verfilmung verfassen. Ich persönlich finde das sehr spannend, da diese Kategorie gerade außerhalb von Japan sehr unterschätzt und stark ins Negative hin kritisiert wird. So wird gesagt, dass viele Realverfilmungen, die aus TV Animeserien oder Mangareihen basieren, wegen der kurzen Filmlänge meistens von der originalen Story her verkürzt wird, jedoch werden neue Stories im Geschehen eingebaut, wodurch alles verwirrend wiedergegeben wird. Ein gutes Beispiel wäre hierbei die Realverfilmung zu Kimi ni Todoke. Einige Zuschauer sind auch von der Umsetzung der Schauspieler unzufrieden und generell wird beklagt, dass das ,,bekannte Feeling” fehlt.

Ob diese Kritikpunkte auch im ersten Teil der Realverfilmung zur beliebten Mangareihe Assassination Classroom von Yūsei Matsui zu finden ist, werdet ihr in einigen Minuten lesen können. Seit dem Juli 2012 begeistert der gelbe Tentakelmonster zusammen mit seinen Schülern aus der End-Klasse ganz Japan. Die nun abgeschlossene Mangareihe durfte neben der TV Anime-Adaption auch eine Realumsetzung für sich gewinnen. Am 21. März 2015 feierte der erste Teil zur Live-Action Verfilmung von Assassination Classroom seine Premiere in den japanischen Kinos und konnte letztendlich einen Umsatz von 20 Millionen Euro erzielen und landete so auf dem 10. Platz mit den besten Einspielergebnis aus dem Jahr 2015. Dies hatte sich MFA+ FilmDistribution nicht zweimal sagen lassen und veröffentlichte am 26. August 2016 den ersten Teil auf DVD und Blu-ray, die jeweils mit der japanische Original-Sprachfassung oder mit der deutschen Synchronisation zu sehen ist. Am 28. Oktober wird übrigens die zweite und damit letzte Realverfilmung zu Assassination Classroom in Deutschland erscheinen.

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Story:

Die Klasse 3-E ist die sogenannte ,,End-Klasse“. Eine Klasse, die nur aus Schülern besteht, die keine Zukunft besitzen und somit von den anderen Schülern als Außenseiter diskriminiert werden. Doch einer möchte die End-Klasse nicht als eine verlorene Klasse ansehen und entschließt sich zu ihrem Klassenlehrer zu werden. Aber naja, ein Haken hat das Ganze doch. Der Lehrer ist nicht einfach irgendein normaler Lehrer, sondern eher ein gelbes Tentakelmonster, der am Ende des dritten Schuljahres die gesamte Erde zerstören will. Vielleicht hat das Ganze sogar einen zweiten Haken. Die Schüler der End-Klasse wurden mit einer bestimmten Aufgabe beauftragt, die nur sie vollbringen können, bevor Koro-sensei, so wird er von seinen Schülern genannt, die Erde zerstört: Tötet euren Lehrer, koste was es wolle!

Meine Eindrücke:

So, wo fange ich denn nur an. Die Realverfilmung zu Assassination Classroom, welcher übrigens von Regisseur Eiichiro Hatsumi inszeniert wurde, bietet einige gute und besonders spannende Momente an, wurde aber auch in einigen Stellen nicht so gut umgesetzt. Fangen wir doch einfach mal mit den positiven Aspekten an:

1. Die Umsetzung des Schauplatzes + die Darstellung der Charaktere:

Wie es auch zuvor mit den Vorgängern der Fall war, wird direkt am Anfang der Story die End-Klasse aka Assassination Classroom zusammen mit dem gefährlichen Monster vorgestellt. Mit dabei lernt der Zuschauer die zwei Lehrer Bitch-sensei und Karasuma-sensei kennen. Schnell wird wohl einem auffallen, dass die Charaktere nicht die bekannten bunten Haare haben wie man diese zum Beispiel aus der TV Animeserie kennt. Eher wollte man hier, dass die Schüler wie ,,richtige Schüler” aussehen, weswegen die markante Erscheinungsmerkmale weggestrichen wurden. Außer bei Bitch-sensei, Akabane und Horibe konnte ich bis jetzt keinen weiteren Charakter sehen, der durch seine nicht-braune Haaren charakterisiert wurde. Eine Entscheidung, die für mich gut ausgewählt worden ist. In Mangareihen oder Anime-Umsetzungen werden gerne die Hauptcharaktere in bunter Haarpracht präsentiert, damit diese sich von der Masse unterscheiden und besonders herausstechen können. In einer Realverfilmung muss dies jedoch nicht der Fall sein, da das Gefühl zur Realität schneller verloren geht. Ja, wir reden hier über eine Story, worin ein gelber Tentakelmonster die Welt umbringen will, aber ich finde, dass der Kontrast zwischen normalen Schülern und dem Surrealen so besser dargestellt wird, wodurch der Zuschauer mehr Empathie gegenüber den Darstellern zeigen kann. Was ich etwas Schade finde, waren die ersten Eindrücke zu Nagisa Shiota, gespielt von Ryosuke Yamada. Nagisa wirkt am Anfang total hilflos und leicht verpeilt, wobei ich gerade in den ersten Momenten einen anderen Eindruck in den anderen Umsetzungen sammeln konnte.

Auch ist das Setting sehr gut umgesetzt worden. Alle Orte und Räume sind der originalen Vorlage treu geblieben. Aber die meisten Pluspunkte kriegt wohl die Darstellung zu Koro-sensei, die mit Hilfe des CGs sehr detailgetreu präsentiert worden ist. Das Auge spielt hier in diesem Fall auf jeden Fall mit.

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2. Die Spannung

Anders als im Anime wurde hier darauf geachtet den Humorfaktor in einigen Stellen runterzuschrauben, damit die actionbeladenen und spannenden Stellen im Vordergrund stehen. Somit wird die Geschichte rund um den Assassination Classroom in einem leicht anderen Licht wiedergeben, was mir gut gefallen hat. Die Schüler werden mehr wie Killer dargestellt, die nicht nur aus Spaß versuchen ihren Lehrer zu töten. Das Töten wird so ernster beschrieben. Eine Tatsache, die ich öfters im Anime vermisst habe, siehe Review 2, Story.


Aber wie ich es vor einigen Sätzen erwähnt hatte, zeigt die Realverfilmung nicht nur seine guten Seiten auf, sondern besitzt auch schlechte Aspekte:

1. Die Tiefe fehlt

Die Zeit ist immer ein Hauptfaktor in den Live-Action Umsetzungen. Leider auch hier. Dies sieht man einmal darin, dass die Charaktere kaum genauer vorgestellt werden. Während im Manga und im Anime viele Schüler und einige Nebencharaktere mit ihrer Hintergrundstory dem Zuschauer näher ans Herz gelegt wird, fehlt diese Nähe in der Realverfilmung. Diese fehlenden Szenen sind auch ein Problem im nächsten Punkt.

2. Es wird zu schnell erzählt

Wer die Story rund um Assassination Classroom vorher nicht kannte, könnte hierbei einiges höchstwahrscheinlich nicht nachvollziehen oder das Gefühl bekommen, dass in der Story etwas fehlt. Erneut wird gezeigt, dass die Zeit einige Schwierigkeiten mit sich bringt. Die einzelnen Geschichten aus der Gesamtstory werden nur hintereinander abgeklappert, wodurch die neuen Schüler nach gefühlten 20 Minuten komplett vorgestellt werden. Viele Stories wurden hier und da vertauscht, wodurch der Filmfluss sogar nicht gestört wird, eher wirkt der Film so harmonischer, aber trotzdem bemerkt man, dass die Story nicht ganz erzählt worden ist. Ich persönlich kenne die Story rund um Assassination Classroom und fand es nur Schade, dass vieles ausgelassen wurde, was ich aber wegen der fehlenden Filmzeit nachvollziehen kann. Eher bin ich sogar von der Umsetzung zufrieden, weil es trotzdem Spaß macht den Film zu gucken. Aber DA ich die Story kenne, konnte ich alles nachvollziehen. Für viele andere könnte einfach alles viel zu schnell erzählt worden sein, wodurch der Zusammenhang und auch die Tiefe verloren geht. Und das ist gerade in solch einer Storyentwicklung sehr schade. Ein Punkt den ich auch in anderen Rezensionen oder Reviews wieder lesen konnte.

Bild & Ton:

Als Rezensionsexemplar wurde mir die DVD Version bereitgestellt. Viel Gutes kann ich hierbei nicht erwähnen. Ich habe schon Filme mit einer viel besseren Bildqualität gesehen als es hier der Fall war. Die Schwarzwerte sind nicht Optimal und viele leicht verpixelte Stellen sind aufzuweisen, wodurch das Gesamtergebnis nicht mehr harmonisch wirkt. Ich habe die DVD auf zwei verschiedene Bildschirmen und auf meinem Laptop ausprobiert, wobei ich geachtet habe immer meine Brille aufzusetzen und jedesmal erhielt ich dieselbe Bildqualität, was einem nicht gerade erfreut. Der Film an sich ist mit starken Farben versehen, dies kann man sehr gut in der Blu-ray Umsetzung sehen. Die DVD weist einfach keine hohen Auflösungsvermögen des Abbildungsmedium auf, wodurch die Qualität verschlechtert wird. Fairerweise sollte geschrieben werden, dass die Bilder aus dem Pressematerial sind und keine Screenshots von mir persönlich sind.

Der Ton ist mit japanischer und deutscher Vertonung jeweils in Dolby Digital 5.1 und hatte dementsprechend einen super Raumklang.

Synchronisation:

Die deutsche Synchronisation ist wirklich hervorragend. Hier kann ich nur alle HausPunkte vergeben, die man so vergeben kann. Es hatte mir wirklich sehr viel Spaß gemacht den Film mit den deutschen Stimmen zu schauen. Hierbei sollte erwähnt werden, dass einige deutschen Stimmer aus der Anime-Adaption, welcher von peppermint anime lizenziert wurde, umgetauscht wurden und das sogar zum Besseren. Nicht, dass die Sprecherauswahl von peppermint anime schlecht gewesen wäre, aber insgesamt klangen die Sprecher in der Realverfilmung viel angenehmer und wirkte überhaupt nicht verspielt. Auch glaube ich langsam, dass Claus-Peter Damitz jede Menge Spaß hat, wenn er Koro-sensei verkörpert, egal, ob es im Anime oder nun hier in der Realverfilmung der Fall ist. Herr Damitz schafft es einfach einen authentischen Koro-sensei zu sprechen. Ich könnte mir keine bessere Person vorstellen. Wenn ich es richtig gehört habe, bekam Nagisa eine neue Stimme. Das wird wohl daran liegen, dass in der Realverfilmung Nagisa um einiges männlicher dargestellt wird als im Anime. Ich persönlich mag diese Stimme sogar mehr. Ich werde übrigens nach der vollen Sprecherliste nachfragen und liste aus diesem Grunde momentan nur die Sprecher auf, die ich finden konnte:

  • Nora Jokhosha als Irina Jelavić
  • Moira May als Kaede Kayano
  • Katharina von Daake als Manami Okuda
  • Tom Raczko als Okajima
  • Nicole Hise als Touka Yada
  • Benjamin Stolz als Yuuma Isogai
  • Claus-Peter Damitz als Koro-sensei

Hier ein kleiner Einblick zur deutschen Umsetzung:

Extras & Verpackung:

Assassination Classroom erschien auf DVD und Blu-ray Disc im Amaray-Case. Als Bonus wurde nur ein Trailer und eine Trailershow aufgelistet. Für den Preis kleinen Preis von 14,99 (DVD) oder 16,99 (Blu-ray) ist dies aber sehr gut zu verkraften.

Fazit:

Die Realverfilmung zur Mangareihe Assassination Classroom ist nicht gerade eine Glanzleistung, aber auch kein Horrortrip. Es gibt viele gute Momente im Film, die mir beim Schauen Spaß gemacht haben. Mit viel Detailliebe zum Äußeren punktet die Live-Action Umsetzung besonders bei der Umsetzung des Schauplatzes und bei der Darstellung der Charaktere. Ich habe gelesen, dass bemängelt wird, dass die schauspielerische Leistung auch schon mal besser war. Dasselbe Problem hatte ich am Anfang auch beim Superstar Ryosuke Yamada, der aber im Laufe des Filmes geschafft hat einen glaubwürdigen Nagisa zu verkörpern. Ansonsten fand ich die schauspielerische Leistung in Ordnung. Die Schauspieler werden wohl nicht danach für den Oscar nominiert werden, jedoch habe ich diese nicht als schlecht empfunden. Vielleicht liegt das Problem eher daran, dass es für einen ungewohnt ist einen Film aus dem asiatischen Raum zu gucken, da ,,deren Ausdrucksweisen anders wirken als wir diese aus Hollywood Filmen kennen”. Die Story wird sehr schnell erzählt und kann für Nicht-Kenner zu einem Problem assa9werden. Dafür besteht die Story aus jeden Mengen actionreichen Szenen. Mit viel Spannung und netten humorvollen Stellen wird die Geschichte um die End-Klasse, die nun im ihren letzten Schuljahr nicht nur die Aufgabe haben eine erfolgreichen Schulabschluss zu erzielen, sondern auch ihren neuen unbekannten Lehrer zu eliminieren, auf einer neuen Art und Weise erzählt. Ich persönlich kann es mir sehr gut vorstellen diesen Film in naher Zukunft erneut anzuschauen. Der Regisseur Eiichirô Hasumi erzählt die Geschichte von einer anderen Perspektive, bleibt sich aber im Kern treu und genau das finde ich an diesem Film so lobenswert. Dieselbe Story mit einer neuen Erzählung. Sagen wir mal es wäre genauso als ob ich statt Ferrero Küsschen Ferrero Küschen Weiß essen würde. An sich ist es dasselbe, aber durch die kleine Veränderung erhält man was Neues, dass auch noch einem gefällt. Ich rate diesen Film gerade die Personen an, die sich noch unsicher gegenüber japanische Realverfilmungen fühlen, da dieser einen guten Einstieg anbietet. Mal sehen wie der zweite Teil ,,Ansatsu Kyōshitsu: Sotsugyō-hen” (Assassination Classroom: Graduation) so sein wird.


Vielen Dank an MFA+ und Think! Werbung für die freundliche Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars.

©2016 MFA+

©2015 Fuji Television Network, Shueisha, J Storm, Toho, Robot © YUSEI MATSUI/SHUEISHA

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Produktdetails:

  • Verfügbarkeit: 26. August 2016
  • Publisher: MFA+ FilmDistribution
  • Produktionsjahr: 2015
  • Regisseur: Eiichirô Hasumi
  • Format: Dolby, PAL, Surround Sound, Widescreen
  • Sprache: Japanisch (DTS-HD 5.1), Deutsch (DTS-HD 5.1)
  • Formate: DVD / Blu-ray
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Laufzeit: ca. 110 Min.
  • Sprachen: Deutsch, Japanisch
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Trailer, Trailershow

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